Eine Begegnung
Ein Wiedersehen - endlich!
Die Sehnsucht verbarg sich in beiden Seiten.
Sprachlos still lässt du Einblick nehmen in das Ewige.
Ungeduldig begrüßend, ergießt sich weißer Schaum
in den Schaft meiner Stiefel,
durchdrängt die Kleidung,
um den Menschen zu spüren.
Lockend wie Atemzüge pulsierende Wellen;
den Boden unter den Füßen schwemmst du fort,
willst mich hineinziehen in deine Umarmung.
Leicht wölbst du dich,
wie der empfangende Leib einer Frau,
dem Feuer der Sonne entgegen.
Liebend willst auch sie du umarmen.
Kaum den Kuss erwarten könnend,
nimmst du ihr Licht in dir auf
und lässt es aus deinen Tiefen widerscheinen.
Hoch türmen sich die Wellen –
Rausch! Glut! Erregung!
Der Wind reißt an den Haaren,
an der Jacke;
der Sturm fährt über alle Bewusstsein
der Seele, des Geistes, des Körpers.
Im Kämpfen halten sie ein
schweigende Ruh legt sich streichelnd über sie.
Der Wind trinkt die Tränen von der Wange
und erkennt sie als Teil von dir.
Plötzlich reißt mir das Brustbein auseinander,
weil der Körper die Liebe nicht mehr fassen kann.
Aus dem Herzen strömt ein Fluss aus Tränen,
sie werden aufgenommen vom Sturm, fortgetragen,
verwandelt in Feuerzungen,
die über alles niedersinken;
für einen kurzen Augenblick lauscht in mir der Himmel
und jubelt
Sabine Bigge 1999